Beim Heizen mit Holz denken viele nur daran, dass es trocken und gut gelagert sein sollte. Mindestens genauso wichtig ist aber, welche Holzarten überhaupt in Kamin oder Ofen gehören – und welche nicht. Manche Hölzer brennen schlecht, produzieren kaum Wärme oder sind sogar gesundheitsschädlich.
Warum nicht jedes Holz im Ofen landen darf
Holz ist ein natürlicher Brennstoff, aber nicht jede Sorte eignet sich zum Heizen in Innenräumen. Einige Holzarten haben einen zu hohen Harzgehalt, enthalten Schadstoffe oder wurden chemisch behandelt. Beim Verbrennen setzen sie Rauch, Ruß und giftige Dämpfe frei, die sowohl für die Gesundheit als auch für Schornstein und Ofen gefährlich sind.
Außerdem liefern bestimmte Hölzer deutlich weniger Wärme. Sie glimmen nur vor sich hin, rauchen stark und hinterlassen viel unverbrannte Rückstände.
Behandeltes und lackiertes Holz
Holz, das gestrichen, lackiert, imprägniert oder anderweitig behandelt wurde, gehört niemals in Kamin oder Ofen. Dazu zählen zum Beispiel:
- alte Möbelstücke
- lackierte Bretter und Paneele
- mit Holzschutzmitteln imprägnierte Balken
- beschichtete Spanplatten
Beim Verbrennen solcher Materialien entstehen giftige Gase und Feinstaub. Sie belasten die Raumluft, reizen Atemwege und können langfristig gesundheitsschädlich sein. Zudem setzen sich die Rückstände im Schornstein ab und erhöhen das Risiko eines Schornsteinbrands.
Sperrholz, Spanplatten und MDF
Plattenwerkstoffe wie Sperrholz, Spanplatten oder MDF bestehen nicht nur aus Holzfasern, sondern auch aus Leimen, Harzen und Bindemitteln. Diese Stoffe sind für das Heizen ungeeignet. Beim Verbrennen entwickeln sie einen unangenehmen Geruch, dicke Rauchschwaden und zum Teil giftige Dämpfe.
Solche Materialien sind eher als Restmüll oder über spezielle Sammelstellen zu entsorgen, nicht als Brennstoff.
Feuchtes oder frisches Holz
Frisch geschlagenes oder zu feuchtes Holz brennt schlecht, knistert und spritzt Funken. Ein großer Teil der Energie geht verloren, weil zunächst das Wasser im Holz verdampft werden muss. Die Folge: wenig Wärme, viel Rauch und starke Rußbildung.
Zu feuchtes Holz führt außerdem zu Ablagerungen im Schornstein, die auf Dauer zu Verstopfungen oder sogar zu Bränden führen können. Brennholz sollte daher immer gut abgelagert und trocken sein, bevor es in den Ofen kommt.
Nadelholz mit hohem Harzgehalt
Nadelhölzer wie Kiefer oder Fichte enthalten viel Harz. Sie entzünden sich zwar schnell, verbrennen aber sehr rasch und mit starkem Funkenflug. In geschlossenen Kaminen oder Öfen kann das zu Problemen führen, vor allem wenn das Holz nicht richtig trocken ist.
Das Harz sorgt zudem für verstärkte Ruß- und Teerablagerungen im Schornstein. Wer Nadelholz verwendet, sollte es nur gut durchgetrocknet und in Maßen einsetzen, nicht als alleinige Heizquelle.
Exotische und unbekannte Holzarten
Holz aus unbekannter Herkunft oder exotische Holzarten sind für den heimischen Kamin nicht empfehlenswert. Viele davon sind sehr dicht und schwer zu entzünden, andere wurden auf ihrem Transportweg behandelt oder enthalten von Natur aus Stoffe, die beim Verbrennen unangenehme oder schädliche Dämpfe freisetzen.
Zudem ist der ökologische Aspekt zu bedenken: Exotische Hölzer haben meist eine lange Transportkette hinter sich und sind als Brennstoff weder sinnvoll noch nachhaltig.
Holz mit Schimmel oder Fäulnis
Holz, das sichtbar verschimmelt oder bereits morsch ist, gehört nicht ins Feuer. Schimmelsporen und Zersetzungsprodukte werden beim Verbrennen freigesetzt und können die Atemwege reizen oder Allergien verstärken.
Solches Holz brennt außerdem schlecht und liefert kaum Wärme. Es zerfällt eher zu Asche, als dass es gleichmäßig Glut bildet.
Lackierte oder beschichtete Reste aus der Werkstatt
Holzreste aus der Werkstatt wirken verlockend, weil sie kostenlos sind. Doch gerade hier ist Vorsicht geboten. Viele dieser Stücke sind:
- mit Lacken, Ölen oder Lasuren behandelt
- mit Leim oder Klebstoffen verbunden
- Teil von Verbundmaterialien
Diese Zusätze machen das Holz als Brennstoff ungeeignet. Die Verbrennung ist unvollständig, es entsteht dicke Rauchentwicklung und die Ofenscheibe verrußt schneller.
Zusammenfassung: Welche Holzarten meiden?
Nicht jedes Stück Holz eignet sich zum Heizen. Gemieden werden sollten vor allem:
- behandeltes, lackiertes oder imprägniertes Holz
- Sperrholz, Spanplatten und andere Plattenwerkstoffe
- feuchtes, frisches oder verschimmeltes Holz
- stark harzhaltiges Nadelholz in großen Mengen
- exotische oder unbekannte Holzarten
Wer auf unbehandeltes, gut getrocknetes Hartholz aus sicherer Quelle setzt, heizt effizienter, schont die eigene Gesundheit und verlängert die Lebensdauer von Ofen und Schornstein.
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