Viele Backöfen haben eine Airfryer‑Funktion: So nutzt du sie richtig und entscheidest, ob sie sich lohnt

Seit der große Hype um Heißluftfritteusen ausgebrochen ist, mussten andere Küchengeräte nachziehen, um den Trend nicht zu verpassen, der schnelleres, bequemeres und theoretisch gesünderes Kochen verspricht. Besonders betroffen war der klassische Backofen, doch inzwischen haben viele Hersteller eine Airfryer‑Funktion in ihre Programme integriert. Die Frage ist nun: Können sie wirklich dasselbe leisten?

Eigentlich wirkt es fast absurd, denn eine Heißluftfritteuse ist im Kern nichts anderes als ein Mini‑Backofen: sehr leistungsstark, schnell aufgeheizt, tragbar und kompakt – aber eben ein kleiner Ofen. Sie garen Lebensmittel, indem sehr heiße Luft von einer oder mehreren elektrischen Heizquellen erzeugt und durch einen Ventilator permanent im Garraum zirkuliert. So werden die Speisen möglichst gleichmäßig erhitzt.

Naheliegend ist der Gedanke: Hat ein normaler Backofen nicht auch einen Ventilator? Doch, die meisten – wenn nicht inzwischen alle – verfügen über eine Umluft‑ oder Heißluftfunktion. Der Ventilator im hinteren Bereich sorgt dafür, dass die Temperatur ansteigt und die Hitze gleichmäßig im Innenraum verteilt wird.

Oft heißt es, dass sich die meisten Airfryer‑Rezepte problemlos auf den Backofen übertragen lassen, auch wenn das Ergebnis nicht ganz identisch ist. Der Ventilator im Ofen bringt in der Regel mehr Feuchtigkeit ins Spiel. Der große Unterschied: Heißluftfritteusen bringen die Hitze deutlich direkter und intensiver auf die gesamte Oberfläche des Garguts und ahmen damit die Ergebnisse des Frittierens nach. Die zirkulierende Luft wirkt also ähnlich wie heißes Öl – zumindest annähernd.

Das geschieht natürlich ohne große Mengen Fett. Die besten Resultate erzielt man daher mit Lebensmitteln, die eine dünne Fettschicht besitzen – hier leisten Ölsprays gute Dienste – sowie mit panierten oder vorgegarten Produkten, die bereits Fett enthalten und so die Maillard‑Reaktion begünstigen.

Was du beim Kochen im Backofen mit Airfryer‑Funktion beachten solltest

Die genauen Details hängen immer vom jeweiligen Hersteller und Modell ab. Grundsätzlich solltest du aber folgende Unterschiede zwischen Backofen und Heißluftfritteuse im Blick haben:

  • Der Ofen braucht länger zum Vorheizen und verbraucht mehr Energie
  • Er bietet deutlich mehr Garraum, ideal für größere Mengen
  • Die Garzeiten sind im Ofen meist etwas länger als im Airfryer
  • Die richtige Form der Backbleche ist entscheidend (Gitter oder gelochte Bleche)
  • Mit der speziellen Airfryer‑Funktion musst du seltener wenden oder durchmischen
  • Die Einschubhöhe ist wichtig für ein optimales Ergebnis

Der Backofen ist größer und technisch komplexer, deshalb benötigt er mehr Zeit, um auf Temperatur zu kommen. Manche Modelle haben eine spezielle Schnellaufheiz‑ oder Intensiv‑Umluftfunktion, die diesen Schritt verkürzt, verbrauchen dafür aber auch mehr Strom.

Sein größter Pluspunkt ist die Kapazität: Selbst Familien‑Airfryer oder Geräte mit Doppelschublade bleiben kleiner als ein Standard‑Einbauofen. Dafür musst du beim Ofen meist ein paar Minuten mehr Garzeit einplanen als bei einer kompakten Heißluftfritteuse auf der Arbeitsplatte.

Entscheidend ist außerdem das passende Zubehör. Willst du die gleichmäßige Luftzirkulation nach Art einer Heißluftfritteuse nachbilden, reicht ein normales, geschlossenes Backblech nicht aus. Viele Marken legen für die Airfryer‑Funktion spezielle Einsätze bei: tiefe Gitterroste oder perforierte Bleche und Formen, durch die die Luft besser zirkulieren kann.

Theoretisch soll die Airfryer‑Funktion im Ofen das Wenden oder Durchmischen der Lebensmittel überflüssig machen. Das ist beim normalen Umluftbacken üblich und wird auch bei klassischen Heißluftfritteusen oft empfohlen, wenn man ein besonders gleichmäßiges Ergebnis möchte. Mit der speziellen Funktion kann man sich diesen Schritt häufig sparen.

Achte unbedingt auf die richtige Einschubhöhe. Die Bedienungsanleitung verrät, auf welcher Ebene Blech oder Gitter für die Airfryer‑Funktion platziert werden sollen, damit das Gerät optimal und effizient arbeitet. Meist ist das die mittlere Schiene, manche Modelle haben aber sogar eine ausdrücklich dafür vorgesehene Ebene.

Praktisch ist auch, dass viele Backöfen mit Airfryer‑Modus über ein eigenes Selbstreinigungssystem verfügen – etwa Pyrolyse, Dampf oder andere Verfahren. Während das Reinigen einer Heißluftfritteuse oft lästig ist, erleichtert ein selbstreinigender Ofen die Pflege deutlich.

Lohnt es sich, Backofen und Heißluftfritteuse zu besitzen?

Ob sich beide Geräte parallel lohnen, hängt stark von den Bedürfnissen des jeweiligen Haushalts ab. Wenn du noch keine Heißluftfritteuse hast, aber ohnehin einen neuen Backofen kaufst, der eine Airfryer‑Funktion beinhaltet, kannst du dir die Anschaffung eines separaten Geräts meist sparen.

Die große Stärke der eigenständigen Heißluftfritteusen bleibt jedoch: Sie sind ideal, um kleine bis mittlere Mengen schnell, unkompliziert und energiesparend zuzubereiten.

Ist dein Backofen zum Beispiel schon mit einem Brathähnchen oder einem Fischgericht belegt und du möchtest eine gesündere Portion „Pommes“ als Beilage, ist es sehr praktisch, zusätzlich einen Airfryer auf der Arbeitsplatte zu haben, um beide Speisen gleichzeitig zuzubereiten.

Auch als Backup ist eine Heißluftfritteuse nützlich: wenn eines der Geräte ausfällt, wenn die Kochfelder vorübergehend nicht nutzbar sind oder während eines Umzugs mit Bauarbeiten. Am Ende muss jeder Haushalt für sich abwägen, ob sich die Kombination aus Backofen mit Airfryer‑Funktion und separater Heißluftfritteuse wirklich lohnt.