Ist das das Ende von Toilettenpapier? Neues Alternativ erobert Dänemark

„Es geht auf jeden Fall um Komfort, aber besonders auch um einen stärkeren Fokus auf Hygiene.“

Ein Kulturwandel ist in den dänischen Badezimmern im Gange.

Das Dusch-WC, das den Intimbereich während des Toilettengangs mit Wasser reinigt, setzt sich in dänischen Haushalten und Neubauten immer schneller durch.

Zahlen von Geberit Dänemark zeigen, dass sich die Anzahl installierter Dusch-WCs seit 2020 verdreifacht hat.

„Das Dusch-WC ist im Grunde ein Luxustoilette, und deshalb ist es eine sehr spannende Entwicklung, die zeigt, dass die Dänen mehr Geld in ihre Badezimmer investieren“, sagt Bent Knudsen, Geschäftsführer von Geberit Dänemark, und fährt fort:

„Es geht auf jeden Fall um Komfort, aber besonders auch um einen stärkeren Fokus auf Hygiene.“

Mehr Fokus auf Hygiene

Im Jahr 2020 versetzte COVID-19 Dänemark in den nationalen Ausnahmezustand und schärfte das Bewusstsein der Bevölkerung für Hygiene, Reinigung und Gesundheit im eigenen Zuhause.

Seitdem hat sich das Interesse an Dusch-WCs verdreifacht.

„Auf unseren Messen und in den Showrooms spüren wir deutlich ein gestiegenes Hygienebewusstsein. Das Dusch-WC reduziert den Handkontakt, und der Körper wird gründlicher gereinigt, als es die meisten selbst könnten. Die Dänen haben erkannt, dass sich die Hygiene deutlich verbessert, wenn man Wasser statt Toilettenpapier benutzt – genau wie beim Händewaschen“, sagt Bent Knudsen.

Die Wahl zwischen Wasser und Gewohnheit

Das Dusch-WC, das sich durch eine integrierte Dusch- und Trocknungsfunktion auszeichnet, ist in Japan, der Schweiz und südeuropäischen Ländern bereits weit verbreiteter Standard, in den nordischen Ländern jedoch noch ein relativ neues Phänomen.

Obwohl Dusch-WCs technisch ausgereift und etabliert sind, verweist Geberit darauf, dass kulturelle Gewohnheiten die Verbreitung in Dänemark weiterhin bremsen.

„Toilettenpapier ist in Dänemark immer noch tief in der Kultur verankert, und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Aber wir sehen eine neue Generation von Wohneigentümern, die bereit ist, Hygiene und Gesundheit im Alltag neu zu denken. Genau so entstehen typischerweise neue Standards“, sagt Bent Knudsen.