Im Zentrum der Erde befindet sich eine massive Metallkugel, die sich unabhängig von der Rotation des Planeten dreht. Eine neue Studie zeigt, dass sich sowohl die Rotationsgeschwindigkeit als auch die Drehrichtung des Kerns in letzter Zeit deutlich verändert haben. Die Rotation soll sich erheblich verlangsamt haben, und Wissenschaftler fragen sich, was die Ursache dafür sein könnte. Haben wir Grund zur Sorge?
Der Erdkern befindet sich etwa 5180 km unter der Oberfläche unseres Planeten und ist bisher noch nicht gut erforscht. Seismologen und Geologen haben viele Fragen zu den Prozessen, die in der Nähe dieser großen Metallkugel stattfinden, die in einer Hülle aus flüssigem Metall versunken ist. Eine davon betrifft die gerade bekannt gewordene Verlangsamung der Rotation des Kerns, die seit Jahren diskutiert wird.
Der mysteriöse Rotationszyklus des Erdkerns
Ein in der Zeitschrift Nature veröffentlichter Artikel bestätigte frühere Vermutungen – der Erdkern dreht sich tatsächlich langsamer und zudem in eine andere Richtung als bisher. Die Forscher verfolgten seismologische Wellen von Erdbeben, die seit 1964 durch den inneren Kern gelaufen sind. Auf dieser Grundlage wurden 121 Orte ausgewählt, an denen die Wellen durch Erdbeben an denselben Orten auf der Welt, aber zu unterschiedlichen Zeiten erzeugt wurden. Hinzu kamen Messungen von Schockwellen aus sowjetischen Atomtests in den Jahren 1971 bis 1974.
Nach den Annahmen der Wissenschaftler hat die Rotation des Kerns einen Einfluss auf die Ankunftszeit der Welle. Ein Vergleich dieser Zeiten ergab einen 70-jährigen Rotationszyklus. Die Verlangsamung passt perfekt in diesen Zyklus, obwohl wir nicht genau wissen, was das für uns bedeutet. Die Daten zeigten, dass sich die Rotation des Kerns während des Zyklus mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verlangsamt und beschleunigt, was ebenfalls ein Rätsel ist. Wenn die Berechnungen stimmen, sollte die Rotation in etwa 10 Jahren wieder zunehmen.
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