Astronomen rufen zur Vorbereitung auf: besondere Planetenkonstellation, NASA bittet um „besondere Aufmerksamkeit“

Ein Himmelsereignis, das zum Hinsehen zwingt

Ende Februar steht ein seltenes Schauspiel bevor, das selbst Menschen zum Himmel blicken lässt, die sich sonst kaum für das Firmament interessieren. Seit Wochen sprechen Astronomen und Hobbybeobachter über ein Phänomen, das nicht jede Saison vorkommt und bei gutem Wetter beeindruckende Bilder liefern kann.

Es handelt sich weder um eine Sonnen- oder Mondfinsternis noch um einen Meteorstrom. Zu sehen sein wird das scheinbare Aufreihen mehrerer Planeten in einem Himmelsbereich, so nah beieinander, dass sie auch ohne Fachwissen zu erkennen sind.

Auffällig ist vor allem, dass die Planeten scheinbar ordentlich nebeneinander stehen. Tatsächlich sind sie im Raum nicht wirklich in einer Linie angeordnet. Aus Sicht der Erde wirkt es aber so, als würden sie einer gemeinsamen Spur folgen. Diese optische Täuschung sorgt immer wieder für große Erwartungen – sogar die NASA empfiehlt deshalb „besondere Aufmerksamkeit“, weil dieses Schauspiel seltener ist, als viele denken.

Die Planeten, die scheinbar ausgerichtet erscheinen, sind Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Jeder nimmt einen eigenen Punkt am Himmel ein, doch mit bloßem Auge bilden sie eine Art Bahn entlang der Ekliptik, also jenes scheinbaren Weges, dem die Sonne im Jahreslauf folgt. Auch wenn es sich nur um einen optischen Effekt handelt, kann die Szene äußerst eindrucksvoll wirken – vorausgesetzt, Wolken verdecken den Blick nicht.

Was hinter der scheinbaren Planeten-Ausrichtung steckt

Beim Stichwort Planeten­ausrichtung stellen sich viele eine perfekte Reihe im All vor, was die Wissenschaft klar verneint. In Wirklichkeit sorgt die jeweilige Stellung der Erde auf ihrer Umlaufbahn dafür, dass diese Planeten für einige Tage in derselben Himmelszone erscheinen.

Visuell bedeutet das, dass sie auffallend nah beieinander liegen und sich nacheinander auffinden lassen, ohne den Beobachtungsstandort wesentlich zu verändern. Dass so viele Planeten gleichzeitig in dieser Zone sichtbar sind, ist nicht häufig.

Normalerweise lassen sich ein oder zwei Planeten deutlich erkennen, unter einem klaren Himmel vielleicht noch ein weiterer. Vier Planeten ohne Instrumente gut zu sehen, ist schon seltener. Kommen dann auch noch Venus und Merkur hinzu, die nicht immer über ein großes Beobachtungsfenster verfügen, wird die Konstellation besonders interessant.

Die besten Tage und Uhrzeiten zur Beobachtung

Die Schlüsseltage sind der kommende Samstag, der 28. Februar, und der Sonntag, der 1. März. Das Bild beginnt sich jedoch bereits einige Tage vorher zu formen und bleibt auch danach noch sichtbar, je nach Position der einzelnen Planeten.

Wer das Schauspiel in Ruhe genießen möchte, sollte früh aufstehen. Die beste Zeit liegt etwa 60 bis 90 Minuten vor Sonnenaufgang. Dann beginnt der Himmel zwar schon zu dämmern, doch das Licht ist noch nicht stark genug, um die schwächeren Planeten zu überstrahlen.

Was man ohne Teleskop sieht – und wofür man Hilfe braucht

Astronomen teilen solche Ereignisse meist in zwei Kategorien ein: Objekte, die mit bloßem Auge auffindbar sind, und solche, für die Instrumente nötig sind.

  • Sichtbar ohne Geräte: Venus wird als erste und mit sehr auffälliger Helligkeit erscheinen. Jupiter sticht ebenfalls sofort ins Auge. Saturn ist etwas schwächer, aber immer noch gut erkennbar. Merkur wird sich in der Nähe der Venus zeigen, allerdings nur für kurze Zeit.
  • Mit Optik leichter: Uranus lässt sich bei klarem Himmel mit einem einfachen Fernglas entdecken. Neptun erfordert stärkere Ferngläser oder ein kleines Teleskop, um ihn sicher zu identifizieren.
  • Alle im selben Himmelsband: Die Planeten liegen entlang derselben Bahn, sodass man sie mit etwas Geduld nacheinander „abklappern“ kann.
  • Vorteil für Einsteiger: Durch die räumliche Nähe im Himmelsausschnitt ist es für Ungeübte einfacher, mehrere Planeten in einer Session zu finden.
  • Abhängig vom Wetter: Nur bei möglichst wolkenfreiem und dunklem Himmel entfaltet die Konstellation ihre volle Wirkung.

Das Spannende ist, dass alle Planeten innerhalb desselben Himmelsbereichs liegen. Mit ein wenig Geduld lassen sie sich daher nach und nach identifizieren.

Gute Beobachtungsorte in Spanien

Spanien bietet einige besonders geeignete Orte zur Himmelsbeobachtung. Die Höhe des Teide auf Teneriffa ist bekannt dafür, Details sichtbar zu machen, die in stärker beleuchteten Regionen unmöglich wären. Auf Teneriffa liefern erhöhte, abgelegene Plätze fernab städtischer Lichter meist einen sehr klaren Blick auf den Sternenhimmel – ideal auch für Planetenkonstellationen wie diese.

Auf dem Festland fahren viele Menschen in offene, dunkle Gebiete wie die Sierra de Gredos. Dort ist die Dunkelheit so ausgeprägt, dass sich das Auge schnell anpasst und die Planeten klarer hervortreten. Ähnliches gilt für die Umgebung von Monfragüe in Cáceres, die seit Jahren ein Referenzpunkt für regelmäßige Hobbyastronomen ist.

Notwendig ist eine weite Anreise aber nicht. Jede Gegend mit wenig künstlichem Licht – etwa ein Aussichtspunkt, ein niedriger Hügel oder ein Platz am Stadtrand – kann ausreichen. Entscheidender als die Höhe ist es, direkte Lichtquellen zu vermeiden und einen möglichst freien Horizont zu haben.

Hilfreich sind zudem Smartphone-Apps, die die aktuelle Position der Planeten anzeigen. Anwendungen wie SkyView, Stellarium oder SkyWatch erleichtern das Verständnis, warum ein Lichtpunkt an genau dieser Stelle erscheint, und helfen dabei, die Planeten korrekt zu identifizieren.