Wer zerstört eigentlich den Garten?
Über Nacht tauchen neue Erdhügel im Rasen auf, Zwiebeln verschwinden im Boden und junge Bäume beginnen plötzlich zu welken. Bevor zu starken Giften gegriffen wird, setzen manche Hobbygärtner auf ein altes Hausmittel: In jedes Loch von Wühlmaus oder Maulwurf werden zwei Malkugeln gelegt. Der Geruch soll für die Tiere unerträglich sein. Doch wie wirksam ist das wirklich – und ist es sicher für den Gartenboden?
Bevor Maßnahmen ergriffen werden, sollte klar sein, mit welchem Tier man es zu tun hat. Oft handelt es sich um Maulwürfe oder verschiedene Wühlmausarten.
Maulwurf: Er frisst keine Wurzeln, sondern hauptsächlich Regenwürmer und Larven. Die Pflanzen leiden indirekt, weil seine Gänge und Erdhaufen den Rasen und die Wurzelbereiche destabilisieren. Gleichzeitig lockert der Maulwurf den Boden und sorgt für Belüftung – ökologisch ist er also durchaus nützlich.
Wühlmaus (z. B. Rötelmaus und andere Arten): Sie ist der eigentliche Feind vieler Pflanzen. Wühlmäuse fressen Wurzeln, Zwiebeln und Knollen und können ganze Pflanzenreihen vernichten. Sie vermehren sich schnell und richten dadurch oft massive Schäden an.
Malkugeln – wie funktioniert das alte Hausmittel?
Malkugeln enthalten in der Regel Naphthalin, einen Stoff mit sehr intensivem Geruch. Die Idee dahinter: Der starke Geruch reizt den empfindlichen Geruchssinn der Tiere, die Gänge werden unangenehm und die Tiere sollen die betroffenen Bereiche meiden.
In der Theorie klingt das nach einer einfachen Lösung, in der Praxis sind die Ergebnisse jedoch oft durchwachsen. Selbst wenn in jedes Loch zwei Kugeln gelegt werden, ist die Wirkung meist nur kurzfristig:
- Der Geruch verfliegt in feuchter Erde relativ schnell.
- Die Tiere graben häufig einfach neue Gänge knapp neben den behandelten.
- Naphthalin kann das Bodenleben beeinträchtigen, etwa Mikroorganismen, die für eine gesunde, lebendige Erde wichtig sind – besonders problematisch in naturnahen Beeten und Gemüsegärten.
Malkugeln können damit höchstens als schnelle Notlösung dienen, sind aber weder dauerhaft noch besonders boden- und umweltfreundlich.
Was funktioniert besser als Malkugeln?
Deutlich sinnvoller sind langfristige, möglichst umweltschonende Methoden, die auf Schutz und Vergrämung setzen:
Mekanische Barrieren: Ein feinmaschiges Wühlmausgitter unter dem Rasen oder im Wurzelbereich empfindlicher Gehölze verhindert, dass die Tiere an die Wurzeln gelangen. Zwiebeln und Knollen lassen sich in spezielle Pflanzkörbe setzen, die das Anknabbern verhindern. Diese Barrieren sind eine der zuverlässigsten Lösungen.
Natürliche Vertreiber: Starke Gerüche aus der Natur können Tiere stören, ohne den Boden zu belasten. Häufig genannt werden Knoblauch, Rainfarn oder in Wasser verdünntes Rizinusöl, die in die Gänge eingebracht oder im Bereich der Gänge angewendet werden. Sie können die Tiere zum Umzug bewegen, ohne das Ökosystem dauerhaft zu schädigen.
Vibrationsgeräte: Geräte, die Vibrationen oder Töne in den Boden abgeben, können auf größeren Flächen wirksam sein. Sie stören die Tiere in ihrem Tunnelsystem, vorausgesetzt, der Boden ist nicht zu locker und die Schwingungen können sich ausbreiten.
Strategie für kluge Gärtnerinnen und Gärtner
Um wirklich Erfolg zu haben, ist ein systematisches Vorgehen sinnvoll.
| Schritt | Ziel |
|---|---|
| 1. Aktive Gänge finden | Nur bewohnte Tunnel behandeln, um Aufwand zu sparen und gezielt vorzugehen. |
| 2. Vertreibung einsetzen | Natürliche Mittel oder technische Lösungen in bzw. an den Gängen anwenden. |
| 3. Pflanzen schützen | Zwiebeln, Knollen und Jungpflanzen mit Körben oder Gittern sichern. |
| 4. 7–10 Tage beobachten | Kontrollieren, ob neue Haufen entstehen und Maßnahmen bei Bedarf anpassen. |
Wer den Garten einige Tage aufmerksam beobachtet, erkennt schnell, wo noch Aktivität herrscht und ob zusätzliche Barrieren oder weitere Vertreibungsmaßnahmen nötig sind.
Unterm Strich können Malkugeln zwar kurzfristig für Unruhe im Tunnelsystem sorgen, sie sind aber weder eine dauerhafte noch eine besonders umweltfreundliche Lösung. Für eine gesunde Erde und ein stabiles Gartenökosystem sind mechanische Schutzmaßnahmen und natürliche Mittel die bessere Wahl.
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