Das beste Waschprogramm, damit deine Kleidung länger hält

Wie oft hast du dein Lieblingsteil aus der Waschmaschine geholt und festgestellt, dass es ausgeblichen oder – noch schlimmer – eingegangen ist? Ein einziges falsches Waschprogramm reicht aus, um Kleidung zu ruinieren, an der man hängt.

Die gute Nachricht: Die Wissenschaft hat eine einfache Antwort. Kurze Waschgänge bei niedriger Temperatur sind ein großer Verbündeter – sowohl für die Garderobe als auch für die Umwelt.

Was eine große Studie herausgefunden hat

Eine Studie aus dem Jahr 2020 der University of Leeds in Zusammenarbeit mit Procter & Gamble stellte vieles auf den Kopf, was man bisher über die „große Wäsche“ dachte. Die Forschenden fanden heraus, dass ein kürzeres und kälteres Programm die Kleidung nicht nur länger in gutem Zustand hält, sondern gleichzeitig den Energieverbrauch sowie die Freisetzung von Mikrofaserpartikeln und Farbstoffen in die Umwelt verringert.

Bei jedem Waschgang werden laut der Studie Hunderttausende Mikrofaserpartikel freigesetzt. Diese gelangen in Gewässer und an Küsten, bleiben dort über Jahre und landen häufig in den Organismen von Meerestieren.

Das Experiment, das den Unterschied zeigte

Für die Untersuchung wusch das Forschungsteam 20 T‑Shirts (12 dunkle und 8 in kräftigen Farben) bekannter Sportmarken in herkömmlichen Waschmaschinen mit Waschmittelkapseln. Verglichen wurden zwei Programme, beide mit 1.600 Umdrehungen pro Minute:

  • 30 Minuten bei 25 °C
  • 85 Minuten bei 40 °C

Das Ergebnis war eindeutig: Das längere, heißere Programm führte zu stärkerem Ausbleichen, mehr Faserverlust und einer erhöhten Farbfreisetzung ins Wasser. Das kurze, kalte Programm hingegen reduzierte die Freisetzung von Mikrofasern um bis zu 52 % und die Farbübertragung um bis zu 74 %.

Nach Angaben der britischen Organisation Energy Saving Trust senkt eine niedrigere Waschtemperatur den Energieverbrauch pro Waschgang um rund 66 %. Daraus ergibt sich ein dreifacher Vorteil: Die Kleidung bleibt länger schön, die Umwelt wird weniger belastet und die Stromrechnung fällt niedriger aus.

Sind alle Kleidungsstücke für Kaltwäsche geeignet?

Laut Carolyn Forté vom Good Housekeeping Home Care & Cleaning Lab sind moderne Waschmittel inzwischen so entwickelt, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen sehr gut funktionieren. Neue Waschmaschinen bieten zudem häufig spezielle Kaltwaschprogramme.

Es gibt jedoch Ausnahmen. Bettwäsche, Handtücher und stark verschmutzte Kleidung wie Sport- oder Arbeitskleidung benötigen oft höhere Temperaturen oder längere Programme, um gründlich zu reinigen und Bakterien zu reduzieren. Für Alltagskleidung wie T‑Shirts, Jeans und leicht getragene Teile reicht hingegen meist ein Programm bei 20–30 °C für etwa 30 Minuten völlig aus.

Wer seine Kleidung schützen, den ökologischen Fußabdruck verringern und Geld sparen möchte, sollte also vor allem auf die Temperatur achten. Manchmal ist das Kalte tatsächlich die „wärmste“ Wahl – für Geldbeutel und Planet.