Imker erklärt: Die schlechteste Stelle, um Honig aufzubewahren – so wird er zum wertlosen Süßungsmittel

Honig, dieses flüssige Gold der Natur, ist nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch eine wertvolle Nährstoffquelle. Damit er seine gesundheitlichen Vorteile und sein Aroma behält, muss er jedoch richtig gelagert werden. Falsche Aufbewahrung kann die Qualität deutlich verschlechtern.

Die schlechteste Stelle für deinen Honig

Viele stellen das Honigglas in den Küchenschrank – oft direkt neben Herd oder Backofen. Das wirkt praktisch, ist aber einer der ungünstigsten Plätze überhaupt. Beim Kochen steigt warme, feuchte Luft auf, die die chemische Zusammensetzung des Honigs negativ beeinflussen kann.

Der Imker Wojciech Margowniczy weist darauf hin, dass normale Raumtemperatur von etwa 20 bis 25 Grad nicht immer ideal ist. Wird Honig über längere Zeit erhitzt, bildet sich der Stoff Hydroxymethylfurfural (HMF). Dieser senkt nicht nur die Qualität des Honigs, sondern kann in größeren Mengen auch gesundheitlich bedenklich sein.

Wo sollte man Honig aufbewahren?

Damit Honig seine besonderen Eigenschaften behält, sollte er kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Geeignet sind unter anderem:

  • Ein kühles Vorratsregal oder Speisekammer
  • Ein Kellerraum mit gleichmäßiger, niedriger Temperatur
  • Das untere Fach im Kühlschrank, vor allem für empfindliche Sorten

Die optimale Lagertemperatur liegt unter 18 Grad Celsius. Das ist besonders wichtig für Sorten wie Rapshonig oder frühe Blütenhonige, die bei höherem Wassergehalt zur Gärung neigen. Im Kühlschrank lässt sich dieser Prozess deutlich verlangsamen oder verhindern.

Kann Honig schlecht werden?

Oft heißt es, Honig sei praktisch ewig haltbar. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Honig kann auf zwei Arten verderben:

  • Durch Gärung: Ist der Wassergehalt zu hoch, beginnt der Honig zu fermentieren. Er fängt an zu schäumen und kann leicht alkoholisch riechen.
  • Durch Hitze: Längere oder starke Erwärmung fördert die Bildung von HMF. Dann verliert der Honig seine wertvollen Inhaltsstoffe und bleibt nur noch ein einfaches Süßungsmittel ohne nennenswerte Gesundheitswirkung.

Praktische Tipps für „fitten“ Honig

Der Deckel sollte immer fest verschlossen sein. Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft an, was die Gärung beschleunigt. Wer größere Mengen kauft, kann diese in kleinere Gläser umfüllen: Einen Teil im Kühlschrank, den Rest in einem kühlen, dunklen Vorratsschrank lagern.

Wer diese einfachen Empfehlungen von Imker Wojciech Margowniczy beachtet, sorgt dafür, dass Honig ein hochwertiges Naturprodukt bleibt – statt zu einer beliebigen süßen Sirupzugabe im Kaffee zu verkommen. Behandle dein flüssiges Gold mit Sorgfalt.