Machst du jeden Tag dein Bett? Davon rät ein Experte ab

Der Wecker klingelt, du stehst auf, ziehst die Bettdecke glatt, schlägst die Kissen auf und legst vielleicht noch schnell eine Tagesdecke darüber. Für viele ist ein ordentlich gemachtes Bett ein fester Teil der Morgenroutine. Es vermittelt Struktur, Disziplin und das gute Gefühl, schon etwas geschafft zu haben. Doch genau von dieser Gewohnheit raten Fachleute inzwischen tatsächlich ab.

Perfektes Klima für Hausstaubmilben

In der Nacht verliert der Körper bis zu einem halben Liter Flüssigkeit durch Schwitzen – völlig normal. Problematisch wird es, wenn diese Feuchtigkeit nicht entweichen kann.

Wer das Bett direkt nach dem Aufstehen macht und vielleicht noch eine schwere Tagesdecke darüberlegt, schließt die Feuchtigkeit praktisch ein. Es entsteht ein warm-feuchtes Milieu, in dem sich Hausstaubmilben besonders wohlfühlen.

Ein Experte aus der Bettenbranche, Martin Wartig, empfiehlt deshalb das Gegenteil: Die Bettdecke morgens zurückschlagen und offen liegen lassen. Das Bett braucht Zeit, um zu trocknen. Zusätzlich ist gründliches Lüften nach dem Aufstehen wichtig, damit Feuchtigkeit und Wärme entweichen können.

Vorsicht bei nassem Haar und Cremes

Nicht nur nächtliches Schwitzen sorgt für Feuchtigkeit im Bett. Auch mit nassen Haaren schlafen zu gehen kann problematisch sein. Das belastet nicht nur die Haarstruktur, sondern kann im schlimmsten Fall auch zu Hautproblemen auf der Kopfhaut führen, da Feuchtigkeit eine ideale Umgebung für Pilze und Bakterien schafft.

Ein weiteres häufiges Hygienemissverständnis passiert oft unbewusst: Sich direkt vor dem Zubettgehen reichlich mit Cremes oder Ölen einzucremen. Viele Pflegeprodukte enthalten Fette, die, wenn sie nicht ausreichend einziehen können, auf Kissenbezüge und Bettlaken landen. Dort vermischen sie sich mit Schweiß, können Flecken verursachen und unreine Haut begünstigen. Die Haut kann schlechter „atmen“, wenn sie frisch eingecremt in einer warmen, feuchten Umgebung liegt.

Wie oft solltest du dein Bett wirklich reinigen?

Ein ordentlich aussehendes Bett ist nicht automatisch ein hygienisches Bett. Entscheidend ist die regelmäßige Reinigung und Pflege.

Aufgabe Empfohlene Häufigkeit
Bettwäsche wechseln Etwa wöchentlich bis alle zwei Wochen, je nach Schwitzverhalten
Matratzenschoner waschen Einmal im Monat
Kopfkissen waschen Ein- bis zweimal pro Jahr
Matratze absaugen Oberflächliche Reinigung etwa alle zwei Monate
Matratze wenden/rotieren Regelmäßig, um Kuhlen zu vermeiden und Abnutzung zu verteilen
Bettdecke waschen Mindestens einmal pro Jahr, Pflegehinweise beachten

Auch wenn Bettlaken und Bezüge als Schutz dienen, sind sie nicht komplett dicht. Mit der Zeit sammeln sich Hautschuppen, Haare, Schweiß und Milben in den Materialien.

Wer es morgens eilig hat, kann es also als Pluspunkt für die eigene Gesundheit sehen, das Bett erst einmal ungemacht zu lassen und es in Ruhe auslüften zu lassen.