Papiertaschentuch in der Waschmaschine vergessen: 3 Schritte, um Wäsche und Waschmaschine zu retten

Ein schneller Waschgang, alle Taschen scheinbar geleert – und dann der Schock beim Öffnen der Tür: Ein Papiertaschentuch wurde in der Waschmaschine vergessen und ist buchstäblich explodiert. Dunkle Kleidung ist übersät mit winzigen, klebrigen weißen Fusseln, die in jedem Faltenwurf von Jeans, Pullovern oder T-Shirts hängen.

Diese häufige Panne ruiniert weder Ihre Wäsche noch Ihre Waschmaschine. Die Cellulosefetzen lassen sich mit etwas System entfernen – ohne alles sofort neu zu waschen und ohne die Fasern zu beschädigen. Drei entscheidende Schritte machen den Unterschied.

Warum ein Papiertaschentuch in der Waschmaschine so viel Schaden anrichtet

Ein Papiertaschentuch besteht aus Cellulose, die sich durch Wasser und Trommelbewegung zersetzt. Im Waschgang zerfällt es in winzige Fusseln, die sich an den Textilien festsetzen und auch in Schläuchen und Leitungen der Maschine landen können.

Das Problem ist so verbreitet, dass viele beim Herausnehmen der Wäsche „zahlreiche weiße Fusseln, die sich relativ schwer entfernen lassen“ entdecken. Wichtig ist dann das richtige Vorgehen, damit sich die Situation nicht verschlimmert.

Der erste Reflex sollte NICHT sein, die noch nasse Wäsche auszuschütteln, die Fetzen abzureißen oder sofort einen neuen Waschgang zu starten. Entscheidend ist, die Kleidung zunächst vollständig trocknen zu lassen.

Sind die Textilien gut trocken, werden sie einzeln kräftig ausgeschüttelt. Ein Großteil der losen Rückstände fällt dabei bereits ab. Manche nutzen zusätzlich den Trockner: Die Wärme härtet die Fusseln, die Trommelbewegung löst sie ab. Bei empfindlichen Stoffen ist das aber heikel, und der Flusensieb des Trockners muss absolut sauber sein, damit die Fasern zuverlässig aufgefangen werden.

Tipp Nr. 2: Nylonstrumpf, Fusselbürste und Mikrofasertuch

Wenn Trocknen und Ausschütteln nicht reichen, kommen mechanische Hilfsmittel ins Spiel. Ein alter Nylonstrumpf ist dabei ein echter Nothelfer. Dazu einen ausgedienten Strumpf wie einen Handschuh über die Hand ziehen und das Kleidungsstück mit kleinen, kreisenden Bewegungen abreiben. Die Nylonoberfläche zieht die Taschentuchfusseln sehr gut an – ebenso Tierhaare und Haare.

Weitere praktische Werkzeuge, immer nur auf trockener Wäsche angewendet, sind:

  • Nylonstrumpf über der Hand, um Fusseln und Haare abzureiben
  • Klassische Fusselbürste zum Entfernen der letzten Papierreste
  • Klebeband oder Fusselroller, um feine Fasern aufzunehmen
  • Teppichklopfer, um Kleidung im Freien kräftig auszuklopfen
  • Leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch, das man über den Stoff streicht und regelmäßig ausspült
  • Nagelbürste für dicke, robuste Textilien, um besonders hartnäckige Fusseln zu lösen

Tipp Nr. 3: Aspirinbad und Reinigung der Waschmaschine

Für besonders hartnäckige Fälle empfiehlt sich ein Aspirinbad. Die chemischen Eigenschaften des Medikaments helfen, die Cellulose des Taschentuchs anzugreifen.

Dazu eine Schüssel oder ein Waschbecken mit heißem Wasser füllen, vier Aspirintabletten darin auflösen und erst dann die betroffenen Kleidungsstücke vollständig eintauchen. Die Wäsche bleibt über Nacht im Aspirinbad, damit die Tabletten langsam auf die Papierfasern einwirken.

Am nächsten Tag genügen ein normaler Schleudergang und anschließendes Trocknen, damit die Kleidung in der Regel wieder frei von Taschentuchresten ist.

Danach braucht die Waschmaschine selbst Aufmerksamkeit. Übrig gebliebene Fusseln werden von Hand aus Trommel und Gummidichtungen entfernt. Anschließend wird der Flusensieb bzw. das Ablauffilter geleert, das durch Celluloseteile verstopft sein kann.

Wer diese Bereiche regelmäßig kontrolliert und sich angewöhnt, vor jedem Waschgang alle Taschen sorgfältig zu leeren, verringert das Risiko, diesen kleinen Haushaltsunfall noch einmal zu erleben, deutlich.