Bei archäologischen Ausgrabungen in der Stadt Tønsberg wurde ein mittelalterlicher Goldring mit einem blauen Edelstein von großem historischem Wert gefunden.
Die Stadt Tønsberg, bekannt als die älteste Siedlung Norwegens, wurde zum Schauplatz einer außergewöhnlichen archäologischen Entdeckung. Während ihrer Arbeit im Zentrum dieser historischen Stadt stießen Spezialisten des Norwegischen Instituts für Kulturerbeforschung auf einen Gegenstand, der alle bisherigen Erwartungen übertraf.
Das Herzstück dieses Fundes ist ein Ring aus Gold, der einen tiefblauen Edelstein trägt. Experten halten diesen Fund für ein äußerst seltenes Exemplar von fantastischer Schönheit. Die Archäologin Linda Åsheim, die das Objekt entdeckt hat, zeigte sich zunächst überrascht von der Perfektion des Schmuckstücks. Bei den Ausgrabungsarbeiten in diesem Gebiet wurden Überreste von Häusern und Straßen aus dem mittelalterlichen Stadtgefüge freigelegt, die strategisch günstig unter einem alten Komplex von Königsschlössern aus der Yngling-Dynastie lagen.
Technische Details der Entdeckung im historischen Zentrum
Eine detaillierte Analyse des Schmuckstücks ergab eine sorgfältige Herstellungstechnik, bei der verdrillte Goldfäden und kleine gelötete Kugeln kombiniert wurden. Diese dekorative Arbeit lässt darauf schließen, dass der Ring zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert hergestellt wurde. Laut Marianne Vedeler, Expertin an der Universität Oslo, hat dieser Stil der Goldschmiedekunst seine Wurzeln im Byzantinischen Reich und gelangte im Hochmittelalter in die Region Norwegen. Die Kombination aus Spiralen und körnigen Details verleiht dem Stück einen unverwechselbaren Charakter, der es von anderen gewöhnlichen Funden aus dem europäischen Mittelalter unterscheidet.
Was den Edelstein betrifft, so deutet seine tiefblaue Farbe darauf hin, dass es sich um einen echten Saphir handeln könnte, obwohl noch zu bestätigen ist, ob es sich um einen natürlichen Edelstein oder um einen Kobaltkristall handelt. Im Mittelalter hatten blaue Saphire eine wichtige symbolische Bedeutung, die mit göttlicher Macht und heilenden Eigenschaften verbunden war. Die Abmessungen des Objekts lassen auf eine weibliche Verwendung schließen, da sein Umfang mit kleinen Damengrößen kompatibel ist. Aufgrund seines inneren Wertes und der Raffinesse seiner Herstellung gehen die Forscher davon aus, dass es einer Person mit hohem sozialen Status innerhalb der Hierarchie Norwegens gehörte.
Der historische Wert eines einzigartigen mittelalterlichen Schmuckstücks
Der Fundort untermauert die Theorie über die adelige Herkunft der Besitzerin. Tønsberg fungierte als Machtzentrum in der Nähe der Residenz der skandinavischen Könige, was den Zugang zu Luxusgütern aus fernen Handelswegen erleichterte. Das Tragen eines Schmuckstücks aus Gold mit Edelsteinen stand nicht nur für materiellen Reichtum, sondern signalisierte auch eine privilegierte Stellung in der damaligen sozialen Struktur. Diese Art von Entdeckung trägt zu einem besseren Verständnis des kulturellen Austauschs und der Handwerkstechniken bei, die vor einem Jahrtausend in Nordeuropa verbreitet waren.
Hanne Ekstrøm Jordahl, die für das Projekt verantwortlich ist, betonte, dass es fünfzehn Jahre gedauert habe, bis ein Ring dieser Art in der Region wieder aufgetaucht sei. Die Seltenheit des Exemplars liegt in der Balance zwischen der Zerbrechlichkeit des Goldes und der Beständigkeit der Zeit.
Der Fund in Norwegen ist ein Meilenstein für die lokale Archäologie, da er greifbare Informationen über das Alltagsleben und die Prestigesymbole in einer der ältesten Städte der Region liefert. Nach der Reinigung des Stücks konnte man den ursprünglichen Glanz des blauen Edelsteins und die Meisterschaft, mit der die mittelalterlichen Goldschmiede das Edelmetall bearbeitet hatten, bewundern.
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